Seit April können langjährige Zigaretten-Rauchende und auch Ex-Rauchende ihre Lunge regelmäßig untersuchen lassen. Mit dem Vorsorgeangebot soll Krebs frühzeitig erkannt werden. Und das kann Leben retten.

Rauchende haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Sehr oft endet die Erkrankung tödlich. „Und das liegt gar nicht daran, dass die Zellen so aggressiv wären, sondern es liegt wesentlich daran, dass dieser Tumor zu spät diagnostiziert wird“, erklärte Professor Dr. med. Tim O. Hirche, Direktor der Klinik für Pneumologie an den HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden im Rahmen der Pressekonferenz anlässlich des 132. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin, DGIM. Das Tückische: Im Frühstadium macht der Tumor keine Symptome. Diese treten erst im Spätstadium auf, dann aber ist keine heilende Therapie mehr möglich. „Wenn man es schafft, eine frühe Diagnose zu stellen, dann ist eine Heilung sogar im Regelfall möglich“, führte Hirche aus. In diesem Stadium könne man den Tumor heutzutage auch minimalinvasiv chirurgisch entfernen Und genau darauf zielt das neue Früherkennungsprogramm ab, das die gesetzlichen Krankenkassen ab sofort anbieten: Es soll Tumore im Frühstadium identifizieren. Die Untersuchung ist freiwillig und für Berechtigte kostenlos. 

„Wenn man es schafft, eine frühe Diagnose zu stellen, dann ist eine Heilung sogar im Regelfall möglich"

Professor Dr. med. Tim O. Hirche, Direktor der Klinik für Pneumologie an den HELIOS Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Wer teilnehmen kann: die Voraussetzungen

Mann, der an einer Zigarette zieht - möglicher Teilnehmer für ein Lungenkrebs-Screening

Nicht alle Rauchenden haben automatisch Anspruch auf das Screening. Teilnehmen können aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher: Die Personen müssen zwischen 50 und 75 Jahre alt sein, mindestens 25 Jahre geraucht haben, Unterbrechungen dürfen nicht länger als 10 Jahre zurückliegen und sie müssen auf insgesamt mindestens 15 Packungsjahre kommen. Wer an dem Screening teilnehmen möchte, geht im ersten Schritt zu seiner Hausärztin oder seinem Hausarzt. Diese prüfen, ob Sie für das Vorsorgeangebot berechtigt sind. Ist das der Fall, überweisen sie Sie zu einer radiologischen Praxis. Auch Allgemeinmediziner, Inter nistinnen und Arbeitsmediziner sind berechtigt, Sie zu überweisen. In großen Städten sind die Radio logen und Praxen vielfach bereits vorbereitet. Fragen Sie bei Ihren Ärztinnen und Ärzten für weitere Informationen nach.

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Das wird beim Screening gemacht

Mann beim Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-Computertomografie (<abbr title=NDCT)" title="Lungenkrebs-Screening" />

Im Zentrum wird Ihre Lunge gescreent. Das dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Ge screent wird mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT. Damit werden mithilfe von Röntgenstrahlen Schnittbilder der Lunge erstellt und auf Auffälligkeiten untersucht. Ist der Befund unauffällig, können Sie in einem Jahr erneut ein Screening machen. Ist der Befund auffällig, begutachtet ein weiterer Facharzt oder eine Fachärztin den Befund. Dann wird entschieden, wie es weitergeht. Setzt sich die Screenings durch, so erwarten Expertinnen und Experten, dass damit die Sterblichkeit in dieser Gruppe in Deutschland reduziert wird.

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